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Wieviel Kalorien hat eigentlich Kaffee?

Wie viele Kalorien ein Kaffee hat, beschäftigt viele figurbewusste Kaffeetrinker. Während der eine Kaffee kaum Kalorien enthält, kann eine andere Kaffeespezialität geradezu eine Kalorienbombe sein, also einem ordentlichen Mittagessen entsprechen. Daher nimmt es nicht Wunder, dass die Antwort auf diese Frage so unterschiedlich ausfällt. Hinzu kommt noch, dass viele Menschen den Unterschied zwischen Kalorie und Kilokalorie nicht beachten. So bewegt sich der Gehalt an Kalorien einer Tasse Kaffee zwischen drei und 3000 Kalorien. Klar, da ist doch immer wieder diese Verwechslung zwischen Kalorien und Kilokalorien, so lassen sich die widersprüchlichen Angaben leicht erklären. Verstehen lässt sich das nur mit einer kleinen Kalorienkunde.

Was ist unter einer Kalorie zu verstehen?

Der Physiker erinnert sogleich an den Schulunterricht, in dem jeder von uns gelernt hat, dass die Kalorie eine etwas veraltete Maßeinheit für Energie ist und uns vor allem in der Wärmelehre so oft gequält hat. Dabei ist ihre Definition gar nicht so kompliziert: Eine Kalorie ist jene Wärmemenge, die erforderlich ist, um ein Gramm Wasser um ein Grad Celsius zu erwärmen. Wenn Sie das mal probieren, dann sind die paar Tropfen schneller verdunstet als erwärmt. Deshalb wenden wir einen kleinen Trick an: Wir multiplizieren alles mit dem Faktor 1000. Ein Liter Wasser sind 1000 Gramm. Um diese Menge ein Grad wärmer zu machen, was praktisch gut durchführbar ist, werden nun 1000 Kalorien gebraucht und diese Energiemenge bezeichnen wir kurz mit einer Kilokalorie. Die physikalische Maßeinheit dafür heißt [kcal].

Kalorien im Kaffee

Kalorien im Kaffee ©iStockphoto/Rawpixel

Damit wir uns gut bewegen und auch im Winter unsere Kerntemperatur auf knapp 37 Grad Celsius halten können, müssen wir jeden Tag eine ganze Menge Energie in Form von Nahrung tanken. Weil es hier eben nicht um Peanuts geht, wird die Energie in unserer Nahrung sogleich in Kilokalorien angegeben. Allein aus Faulheit verschlucken die meisten Menschen beim Sprechen die Vorsilbe Kilo, wodurch rechnerisch sofort der Faktor 1000 verschwindet. Sehen wir es ihnen in unserer grenzenlosen Weisheit nach und korrigieren ihre Aussage ganz im Stillen um die unterschlagene Vorsilbe.

Kaffee hat viele Facetten

Wie stellen Sie sich eine Tasse Kaffee vor? Ist es die kleine Schwarze oder ein großer Milchkaffee? Ist es ein Latte macchiato oder gar ein Espresso mit viel Zucker? Sie sehen schon, worauf wir hinaus wollen: auf die oben angedeutete Liste mit den so unterschiedlichen Kalorienangaben. Um es kurz zu machen, haben wir etliche Varianten von Kaffeetassen probiert und uns so einen Überblick über deren Kalorienmengen verschafft, wie gesagt, dabei stets die sehr unterschiedlichen Trinkgewohnheiten im Blick.

Wie viele Kalorien hat Kaffee nun wirklich?

Beruhigend zu wissen, dass ein guter Kaffee in aller Regel eher figurfreundlich ist, also kaum Kalorien hat. Eine Tasse aromatischen schwarzen Kaffees enthält ungefähr drei Kilokalorien. Setzt man diese Menge einmal ins Verhältnis zum täglichen Energiebedarf eines Menschen, der sich zwischen 1.800 und 3.500 kcal bewegt, die Unterschiede ergeben sich aus der Körpermasse und der Art der Tätigkeit, ist dies ein ziemlich kleiner Anteil. So könnte man argumentieren, dass Sie von Kaffee gewiss nicht fett werden, egal, wie viel Sie davon trinken. Daher ist es verständlich, dass Kaffee in den meisten Diäten nicht gestrichen wird, vorausgesetzt, er wird schwarz getrunken. Beim Diätprogramm von Weight Watchers gibt es zum Beispiel keine Kaffeepunkte. Darüber hinaus sollte an dieser Stelle auch mal der Hinweis gegeben werden, dass Kaffee sogar gesund ist.

Woher kommen dann die Kalorien in so vielen Kaffeespezialitäten?

Die Kalorien verstecken sich maßgeblich in den Zusätzen. Jeder einzelne Teelöffel Zucker liefert zusätzliche 20 Kilokalorien und der mächtige Schuss Vollmilch im Milchkaffee macht nochmals das Doppelte, nämlich gleich 40 kcal aus. Wer stattdessen Kondensmilch oder Kaffeesahne bevorzugt, hat es mit wahren Fettbomben zu tun.

Es gibt allerdings gute Gründe dafür, seinen Kaffee zu weißen. Viele Menschen neigen beispielsweise zu Magenproblemen, wenn sie ihren Kaffee schwarz trinken. In Maßen darf auch der kalorienbewusste Genießer seinen Kaffee mit Milch und Zucker trinken. Wer seinen Kaffee selbst zubereitet, hat schließlich ein kritisches Auge darauf, wie viel Milch und Zucker er hineinmischt. Im Coffeeshop oder Café macht das ein anderer, der es mit der Figur seiner Gäste möglicherweise gut meint. Hier sei an die geschmackvollen und zugleich kaloriereichen Zutaten wie Honig und Karamellsirup erinnert. Dass unser Körper jede überflüssige Kalorie sehr gern für schlechte Zeiten in Fettpölsterchen aufhebt, ist eine Binsenweisheit.

Ein Vergleich von Kaffeespezialitäten

Niemand soll auf das herrliche Aroma der frisch gemahlenen Tasse Kaffee verzichten, wenn der Genuss mit Bewusstsein geschieht. Wer die Kalorienfallen bei der Kaffeezubereitung kennt, reagiert mit der einzig richtigen Maßnahme: die Anzahl der täglichen Tassen zu reduzieren. Für den Kaloriengehalt entscheidend ist stets die Art des Getränks. Wer gerade eine Diät macht, sollte bei Kaffee mit Zucker und fetthaltiger Milch ganz besonders aufmerksam sein. Um Ihnen diesbezüglich eine kleine Hilfestellung zu geben, haben wir hier eine Übersicht zusammengestellt, die Auskunft darüber gibt, welche Art Kaffee wie viel Kalorien beinhaltet, ausgehend von 150 Milliliter pro Tasse, wobei wir den kleinen Espresso anders behandeln müssen.

Schwarzer Kaffee, Malzkaffee, Instant-Kaffee oder Espresso 3 kcal
Kaffee mit Zucker 23 kcal
Kaffee mit Kondensmilch 38 kcal
Cappuccino 45 kcal
Espresso macchiato 45 kcal
Wiener Melange (ähnelt dem Cappuccino) 46 kcal
Milchkaffee (halb und halb) 49 kcal
Coca-Cola (zum Vergleich) 65 kcal
Latte macchiato 71 kcal
Flat White (Cappuccino mit sehr dünner Schaumschicht) 92 kcal
Eiskaffee 105 kcal
Pharisäer mit braunem Rum und einer Haube aus Schlagsahne 167 kcal

Dass es sich bei einem Espresso in aller Regel um ein ziemlich kleines Tässchen handelt, weiß jeder. Insofern machen auch zwei oder drei Espressi über den Tag verteilt „den Kohl nicht fett“. Verdächtiger wirkt da schon auf den ersten Blick ein Cappuccino, der aber eher zu den harmlosen Kaffeevarianten gehört. Dagegen ist der Latte macchiato mit mehr als 70 Kilokalorien ein echtes Schwergewicht. Eine gut bekannte Coffeeshop-Kette kredenzt Ihnen gern den „Latte macchiato Grande“ mit vollfetter Milch und macht Sie auf diese Weise mit circa 300 Kilokalorien nahezu satt. Wenn sich eine Dame mittleren Alters ein solches Kaffeegetränk mit Toppings wie Sahne oder Sirup servieren lässt, hat sie bereits ein Drittel ihres Tagesbedarfs an Kalorien aufgenommen.

Tipps und Tricks zur Kalorienreduktion beim Kaffee

Probieren Sie mal einen besonders milden und zugleich säurearmen Kaffee aus. Sie werden merken, dass Sie damit ohne Milch und Zucker auskommen. Falls nicht, gibt es durchaus Alternativen zur Kaffeesahne. Bedenken Sie, dass so ein Schuss Kondensmilch oder Kaffeesahne bis zu 30 Milliliter ausmacht, was mit etwas mehr als 30 Kilokalorien gleichgesetzt werden kann. Das entspricht immerhin gleich der zehnfachen Energiemenge, wie die ursprüngliche Tasse schwarzen Kaffees hatte. Allein bei Verwendung von Vollmilch beinhaltet der weißende Schuss dann nur noch 13 Kilokalorien.

In den Coffeeshops haben Sie viele Wahlmöglichkeiten, um Ihren Kaffee so kalorienarm wie möglich zu gestalten. Anstelle der Vollfett-Milch können Sie dort zur Halbfett- oder Nonfat-Milch greifen. Übrigens ist die laktosefreie Getreidemilch noch etwas kalorienärmer. Der Schuss Hafer- oder Reismilch schlägt lediglich mit zehn Kilokalorien zu Buche. In vielen Cafés wird sogar Soja-, Mandel- oder Haselnussmilch angeboten, deren Schluck im Kaffee deutlich unter zehn Kilokalorien ausmacht. Auch diese Milchalternativen sind übrigens laktosefrei. Die gesunde „nussige Milch“ aus Mandeln oder aus der Kokosnuss entfaltet in Ihrer Tasse Kaffee ein wirklich tolles Aroma.

Wie jeder weiß, enthält die fettarme Variante der Kuhmilch nur noch 1,5 Prozent Fett, was eine deutliche Kalorienreduktion gegenüber Vollmilch mit 3,5 Prozent Fett bedeutet. Der Schuss fettarme Milch enthält noch circa neun Kilokalorien und wer sogar Magermilch mit 0,3 Prozent Fett verwendet, fügt seiner Tasse Kaffee nur sieben Kilokalorien hinzu. So lassen sich auch gern zwei oder drei Tassen Kaffee völlig bedenkenlos genießen.

Zucker-Ersatz

Es gibt viele Menschen, die ihren Kaffee grundsätzlich nur süß trinken möchten. Anstelle von Zucker wird gern zu diesen Produkten gegriffen:
– Ahornsirup
– Honig
– Agavendicksaft
– exotischer Kokosblütenzucker

An dieser Stelle wiederholen wir die Zahl bewusst noch einmal: Jeder Teelöffel Zucker birgt 20 Kilokalorien. Da darf man sich fragen, ob der Preis für den süßen Geschmack nicht zu hoch ist. Dabei geht es mit künstlichen Süßstoffen, wovon es viele im Angebot gibt, sogar ganz ohne Kalorien. Doch gesünder als Zucker sind diese Substanzen mitnichten. Über den Zuckeraustauschstoff Aspartam wird gemunkelt, dass dieser krebserregend sein könnte.

Unser Körper im Verein mit unserer Psyche ist übrigens nicht in der Lage zwischen Zucker und Süßstoff zu unterscheiden. An Süßes gewöhnen wir uns sehr schnell und wollen immer mehr davon haben. Was Sie möglicherweise im Kaffee einsparen können, holen Sie sich schließlich in Form von Kuchen, Pralinen oder Schokolade aus dem Kühlschrank, was einen deutlichen Zugewinn an Figur bedeutet. Süßstoffe sind für Diabetiker sicherlich eine notwendige Alternative. Wer Zucker gut verkraften kann, sollte ihn nicht unbedingt durch Süßstoff ersetzen.

Ahornsirup, Agavendicksaft, Stevia und Xylit sind gute, weil relativ gesunde, Zuckeralternativen. Dagegen gehören Karamell und Schokolade, die oftmals im Coffeeshop angeboten werden, eher zu den ungesunden Kalorienfallen. Wenn Sie im Café einen Süßstoff angeboten bekommen, ist es völlig legitim, wenn Sie den Barista nach dem Inhaltsstoff fragen.

Am besten ist es, wenn Sie die richtige Röstung für sich finden, als einen viel zu bitteren Geschmack mit Zucker zu übertünchen, denn ein wirklich guter Kaffee schmeckt stets ohne Süßkram. Lediglich kalorienarme, aromatische Geschmacksgeber wie Kakao oder Zimt sollten Ihrem Kaffee die besondere Note verleihen. Mit etwas Milchschaum bekommt der Kaffee das gewisse Extra, wobei dadurch kaum Kalorien hinzugesetzt werden.

Seien Sie kritisch bei Trendgetränken

Bulletproof Coffee liegt zurzeit so richtig im Trend, vielleicht gerade, weil er überfettig mit Butter und Öl zubereitet wird. Um Kritik erst gar nicht aufkommen zu lassen, macht der findige Anbieter aus der Not eine Tugend und schreibt dem Getränk fettverbrennende Eigenschaften zu. Fakt ist, wer Butter und Öl in seinen Kaffee kippt, braucht die nächste Woche kein Schnitzel mehr essen. Ein anderes kalorienreiches Trendgetränk heißt Chai Latte, es versteckt ungefähr 300 Kilokalorien.

Süße Aussichten zum Schluss

Das Start-up „Savanna Ingredients“ aus Nordrhein-Westfalen hat gerade herausgefunden, wie man kalorienlosen Zucker herstellen kann. Bei dem Verfahren wird natürlicher Rübenzucker veredelt, indem seine molekulare Struktur verändert wird. Auf diese Weise werden die Kalorien gewissermaßen „verkapselt“. Unser Stoffwechsel ist so nicht mehr in der Lage, die Allulose als Energielieferant zu erkennen, das heißt, die Allulose dockt im Körper nicht an und die Kalorien werden völlig ungenutzt ausgeschieden. Savanna Ingredients stellt diesen kalorienfreien Zucker schon heute in kleineren Mengen her. Bis zur Massenproduktion müssen aber noch Genehmigungsverfahren durchlaufen werden, man rechnet mit circa drei Jahren.

Fazit: Schwarzer Kaffee beinhaltet kaum Kalorien. Purer, schwarzer Kaffee kann daher bei fast jeder Diät genossen werden. Er kurbelt den Stoffwechsel an, bringt den Kreislauf auf Trab und spielt im sozialen Zusammenleben der Menschen eine wichtige Rolle. Kaffee-Mix-Getränke aus dem Coffeeshop oder Café können ziemlich reichhaltig sein, da erst die fettreichen Zusätze wie Vollmilch, Kaffeesahne & Co. im Verein mit Zucker unseren Kaffee zu einer Kalorienbombe degradieren. Schon drei Tassen eines solch üppigen Getränks pro Tag lassen die Hüften sichtbar wachsen. Als Alternativen bieten sich fettarme Milch, Getreidemilch und natürliche Süßstoffe an. So muss niemand auf seinen Kaffee verzichten. Bei hochwertigen Röstungen ist die Verwendung von Milch und Zucker möglicherweise obsolet.

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