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Koffeingehalt von Kaffee

Fast jeder kennt es, einige Discogänger nehmen es sogar recht regelmäßig in hohen Dosen in diversen Erfrischungsgetränken zu sich: Koffein ist ein Stoff, der in der heutigen westlichen Gesellschaft auch aufgrund seiner die Müdigkeit vertreibenden Wirkung beliebt ist und sehr häufig auftritt. Sogar in Tablettenform ist er zu kaufen und wird von vielen Menschen verwendet, um kurzzeitig eine hohe Leistungsfähigkeit zu erreichen. Naturgemäß kommt das Koffein dabei unter anderem im Kaffee vor. Aber welche Sachverhalte entscheiden letztendlich über den Koffeingehalt des Kaffees, den wir fast täglich trinken?

Koffein im Kaffee: Stoff mit vielfältiger Herkunft

Der Koffeingehalt von Kaffee ist dabei naturgemäß von verschiedenen Einflüssen abhängig. Zum einen enthalten verschiedene Sorten von Kaffeebohnen unterschiedlich viel Koffein. Aber außer diesem naturgegebenen Koeffeingehalt können zusätzlich auch noch weitere Einflüsse auftreten. Zum einen tritt das Koffein während des Brühens von dem Pulver aus zerkleinerten Kaffeebohnen in das heiße Wasser über, mit dem der Kaffee aufgebrüht wird. Hier kommt es also darauf an, wie lange das Wasser mit dem Kaffeepulver in Kontakt bleibt, bevor es durch den Filter etwa in die Kaffeekanne läuft. Wenn man viel Kaffeepulver in den Filter der Kaffemaschine füllt, läuft das Wasser also länger durch das Pulver, wodurch die Koffeinkonzentration wie soeben beschrieben erhöht wird. Darüber hinaus kann auch die Lagerungszeit des Kaffees eine Rolle spielen, da sich der Koffeingehalt des Kaffeepulvers mit zunehmender Lagerungszeit verändert. Dabei ist das Koffein zwar die bekannteste, aber natürlich bei weitem nicht der einzige Stoff, der in den Kaffeebohnen enthalten ist und über das mehr oder wenig vollmundige Aroma einer bestimmten Kaffeesorte entscheidet.

Warum ist der Koffeingehalt von Kaffee überhaupt interessant?

Koffein wird von vielen Menschen als „Muntermacher“ geschätzt. Das bedeutet, dass das Molekül Koffein nach der Aufnahme gewöhnlicherwesie die Müdigkeit vertreibt. Dies geschieht dabei in der folgenden Weise: Die Müdigkeit wird im Gehirn durch den Neurotransmitter Adenosin verursacht, der an bestimmten Stellen an zellulare Rezeptoren andocken muss, um seine Arbeit aufnehmen und das typische Müdigkeitsgefühl auslösen zu können. Koffein ähnelt dem Adenosin dabei soweit in seiner chemischen Struktur, dass es diese Rezeptoren ebenso besetzen kann: Wie ein Puzzleteil passt das Koffein-Molekül in die Adenosin-Rezeptoren zufälligerweise genau hinein. Die Wirkung des Koffeins als „Muntermacher“ funktioniert dann ähnlich wie in einem Flugzeug: Besetzt ein verrückt gewordener Fahrgast vor dem Start das Cockpit und lässt die Piloten nicht an ihren Platz, so können sie ihre Arbeit nicht aufnehmen und das Flugzeug nicht ordnungsgemäß an sein Ziel steuern. Das Koffein verhindert also, dass das Adenosin Müdigkeit auslösen kann und blockiert so beim Kaffeekonsumenten das Müdigkeitsgefühl. Dabei darf allerdings nicht übersehen werden, dass beim regelmäßigen Koffeinkonsum eine Gewöhnung eintreten kann: Der Körper gewöhnt sich an die regelmäßige Koffeinaufnahme, so dass ohne Kaffee bzw. andere koffeinhaltige Substanz eine erhöhte Müdigkeit erlebt wird. Dies tritt auch bei vielen anderen Substanzen auf, die sich an gewisse Rezeptoren an den Außenseiten der Zellwände heften. Diese Wirkung ist insbesondere von Menschen bekannt, die im beiläufigen Gespräch auf dem Büroflur oder in der Kaffeeküche berichten, dass sie morgens erst einmal einen Kaffee bräuchten, um „richtig wach zu werden“. Wenn Sie selbst also auch das Gefühl haben, dass sie morgens dringend einen Kaffee brauchen, könnte es an der Zeit sein, den Kaffeekonsum ein wenig zu reduzieren oder auch ganz einzudämmen, um dieses Gefühl nach einiger Zeit wieder verschwinden zu lassen. Gegen einen gelegentlichen Kaffe zum Frühstück oder beim Kuchenessen am Nachmittag ist aber grundsätzlich natürlich nichts einzuwenden.

Koffein

Koffein ©iStockphoto/danielsh

Welche Bedeutung hat der Koffeingehalt für verschiedene Getränke?

Bei der Angabe eines durchschnittlichen Koffeingehaltes für verschiedene Kaffeegetränke wird dabei häufig übersehen, dass Mischgetränke, die Kaffee enthalten, aber nicht ausschließlich aus reinem Bohnenkaffee bestehen, naturgemäß weniger Koffein enthalten. Dies liegt einfach daran, dass etwa die Milch im Cappucino selbst kein Koffein beinhaltet. Einen Cappucino trinken und einen schwarzen Kaffee trinken ist also oft im Bezug auf den Koffeingehalt ein großer Unterschied. Gleiches gilt dann natürlich auch für einen Kaffee, der einfach nur mit viel Milch getrunken wird. Mischt man herkömmlichen Bohnenkaffee mit Milch im Verhältnis 1:1, so reduziert sich der Koffeingehalt dieses Gemisches etwa auf die Hälfte. So kommen dann etwa 200 ml eines solchen Milchkaffees nur noch auf 35 mg statt auf 70 mg Koffein.

Mischgetränke: Verdünnen reduziert Koffein-Anteil

Dieses Prinzip ist dabei wichtig, um zu verstehen, warum sich auch in anderen Kaffeegetränken der Koffeingehalt noch weiter reduzieren kann. Dabei gilt als Faustregel: Desto weniger puren Bohnenkaffee das Getränk enthält, umso geringer ist sein Koffeingehalt. Daher enthalten viele beliebte Getränke, die etwa in der Eisdiele regelmäßig genossen werden, nur einen geringen Anteil von Koffein. So bringt es etwa der italienische Eisdielen-Knüller Latte Macchiato auf nur etwa 13 mg pro 200 ml. Auch wenn der sympathische Italiener sicher an Kalorien nicht spart, muss man sich hier also um den Koffeingehalt keine großen Sorgen machen. Das Verdünnen des Kaffees durch Substanzen, die kein oder nur wenig Koffein enthalten (wie also z.B. Milch), kann den Koffeingehalt daher drastisch reduzieren.

Espresso: Traditionelle Koffein-Bombe

Ein umgekehrter Effekt tritt beim Espresso auf: Hier wird bei der Zubereitung traditionell versucht, einen möglichst starken Kaffee zu brauen. Spaßeshalber wird manchmal gesagt, im Espresso muss der kleine Löffel steckenbleiben, wenn er richtig gut ist. Daher löst der Zubereitungsprozess hier wesentlich mehr Koffein aus dem Kaffeepulver, wodurch der Espresso letztendlich einen Koffeingehalt von etwa 0,2 Gramm Koffein auf etwa 200 ml Espresso aufweisen kann. Damit enthält der Espresso etwa drei- bis viermal so viel Koffein wie einfacher, schwarzer Bohnenkaffee. Somit kann man sich hier äußerst leicht in der Menge des tatsächlich mit jeder Tasse aufgenommenen Koffeins verschätzen: Denn auch wenn der Espresso äußerst intensiv schmeckt, rechnen wohl nur die wenigsten Cafe-Besucher mit einer solch hohen Coffein-Konzentration. Diese liegt dabei zum Teil auch daran, dass der Espresso gewöhnlich feiner gemahlen wird als gewöhnlicher Filterkaffee. Auf diese Weise tritt aus den feinen Körnchen mehr Aroma, aber eben auch mehr Koffein aus, als dies beim gröberen Pulver der Fall wäre.

Entkoffeinierter Kaffee: Alternative für Koffein-Bewusste

Entkoffeinierter Kaffee wird gewonnen, indem den Kaffeebohnen bereits vor dem Mahlen in einem komplizierten Verfahren das Koffein entzogen wird. Problematisch wird dabei in vielen Fällen empfunden, dass sich auch der Geschmack des Kaffees durch den Prozess des Entkoffeinierens verändert. Das liegt daran, dass es sehr schwierig bzw. nahezu unmöglich ist, allein das Koffein aus den Bohnen zu entfernen, ohne die Konzentration anderer Substanzen im Kaffee ebenfalls zu verändern. Hier gilt es also, selbst heraus zu finden, ob der reduzierte Koffeingehalt dem jeweiligen individuellen Kaffeetrinker den Verlust an Geschmack wert ist. Eine gesunde Balance zwischen Genuss und Koffeingehalt ist hier für viele Menschen erstrebenswert.

Fazit: Koffein bewusst genießen

Auch wenn man es mit dem Koffein also nicht übertreiben sollte, ist es durchaus individuell verschieden, wieviel Koffein die einzelnen Menschen zu sich nehmen können, bevor sie negative Effekte bemerken. Daher macht es Sinn, individuell abzuwägen, wieviel Koffein man täglich zu sich nehmen möchte. Wer die positive Wirkung von Koffein auf das Konzentrationsvermögen schätzt oder darüber hinaus einfach gerne ab und zu einen gut zubereiteten Kaffee genießen möchte, ohne auf den genauen Koffeingehalt achten zu müssen, dem steht grundsätzlich das gesamte Angebot an Kaffee und Kaffee-Mischgetränken zur Verfügung. Wer dagegen seine Koffeinaufnahme ein wenig eindämmen möchte oder muss, der kann auf die ebenfalls zahlreichen Mischgetränke oder aber einfach auf entkoffeinierten Kaffee zurückgreifen. Letztendlich gilt auch wie in so vielen Fällen: In wohl bedachten Maßen kann man sich fast jeden Genuss gönnen.