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Die größten Kaffeeproduzenten der Welt

Kaffee ist für viele Entwicklungsländer das wichtigste Exportgut. Für viele Schwellenländer ist er noch immer einer der größten Wirtschaftsfaktoren. Dabei lässt sich im Mittel eine jährliche Steigerung der Erntemenge beobachten. Für den Welthandel wird häufig in Säcken zu je 60 Kilogramm gerechnet, im weiteren Textverlauf werden die Zahlen allerdings dem Gewicht in Tonnen Kaffee entsprechen. Die weltweite Erntemenge an Rohkaffee betrug 2017 9,54 Millionen Tonnen.

Die zehn größten Produzenten von Kaffee sollen einmal vorgestellt werden, wobei die Zahlen sich auf das Jahr 2016 beziehen. Die vorgestellten Länder teilen sich mehr als 90 Prozent der weltweiten Kaffeeproduktion.

Platz 10: Uganda

Mit 203,5 Tonnen Ernte im Jahre 2016, belegt Uganda den zehnten Platz der größten Kaffeeproduzenten der Welt. Hier wird zu neunzig die Robuste-Sorte angebaut, gleichzeitig ist Uganda der zweitgrößte Produzent dieser Sorte. Dabei ernährt die Kaffeepflanze circa drei Millionen Familien. Für Uganda ist der Kaffee wichtig: Er macht ein circa ein Viertel der gesamten Exporterlöse aus und ist damit der wichtigste Wirtschaftsfaktor.

Kaffeeproduktion

Kaffeeproduktion ©iStockphoto/YakobchukOlena

Platz 9: Guatememala

Mit stolzen 236,1 Tonnen liegt das kleine mittelamerikanische Land knapp vor Uganda. Interessant ist hier, dass der Kaffee auf kleinteiligen Plantagen angebaut wird, was zu unterschiedlichen Qualitäten führt, aber gleichzeitig die Diversität teilweise erhalten kann. Zudem wächst Kaffee in Guatemala aufgrund der guten Böden praktisch überall. Dabei ist der Kaffee in Guatemala bereits seit circe 1750 bekannt. Auch in Guatemala ist Kaffee einer der wichtigsten Exportgüter. Wenngleich der Staat an neunter Stelle bei der Produktion des vollmundigen Genusses steht, steht er an siebter Stelle bezüglich des weltweiten Exports.

Platz 8: Peru

Das Land produzierte 277,8 Tonnen Kaffee im Jahre 2016, wobei dieses Schwellenland den größten Teil seiner Erlöse aus der Landwirtschaft aus den Bohnen bezieht. Kaffee ist damit auch hier wichtig. Es werden – je nach Lage – Robusta- oder Arabica-Sorten angebaut. Peru bietet mit seiner bergigen Topographie und den vielen Wäldern viele gute Standorte für verschiedene Züchtungen. Dabei wird mehr als 90 Prozent des Kaffees auf kleinen Waldplantagen angebaut.

Platz 7: Indien

Das bevölkerungsreiche, große Land auf dem Subkontinent zeichnet sich bezüglich des Kaffees durch zweierlei aus: Erstens trinken Inder wenig Kaffee (er ist teuer) und daher werden 80 Prozent der Ernte exportiert. Und zweitens kommt der Monsun-Kaffee aus Indien. Dieser entsteht, wenn Kaffeefrüchte in der (feuchten) Witterung nachreifen und aufquellen. Zu 60 Prozent werden Robusta-Sorten angebaut, der Rest entfällt auf Arabica und Mischsorten. Die wichtigsten Anbaugebiete indischen Kaffees liegen allesamt in Südindien. Insgesamt wurden 348 Tonnen produziert. Gemessen an der Gesamtbevölkerung und der totalen Wirtschaftsleistung, ist der Anbau von Kaffee nahezu unbedeutend. Allerdings gibt es im sogenannten „Kaffeegürtel“ ganze Landstriche, in denen die Menschen vom Kaffee abhängig sind.

Platz 6: Honduras

Mit 362,4 Tonnen liegt Honduras knapp vor Indien. Der Unterschied ist wohl der, dass der kleine Staat nur circa 0,7 Prozent der Einwohner Indiens hat. Damit ist das Land der größte Produzent von Kaffee in ganz Mittelamerika. Die Böden sind fruchtbar und der Kaffee (fast ausschließlich Arabica-Sorten) gedeiht einfach überall prächtig. Dabei werden mehr als 100.000 Familien vom Anbau ernährt. Der meiste Kaffee, der für den Export angebaut wird, wird dabei auf Großplantagen angebaut, die amerikanischen Unternehmen zuzurechnen sind.

Platz 5: Äthiopien

Äthiopien produzierte 2016 469,1 Tonnen Kaffee. Dabei ist Äthiopien das Land, in dem der Kaffee erst richtig zur Geltung kam. Hier wurde er vor Jahrhunderten entdeckt, die Zubereitung wurde verfeinert und bereits im 17. Jahrhundert soll das afrikanische Land Bohnen exportiert haben. Heute leben circa 15 Millionen Menschen vom Kaffeeanbau. Die Lage ist herausfordernd: Der Klimawandel mit seinen Folgen (vor allem Dürren und Erosion) steht der ständigen Bemühung, die Landwirtschaft zu modernsieren und krisensicher zu machen, entgegen. In Äthiopien wird aufgrund der immensen Bedeutung des Kaffees viel investiert. Angebaut wird fast nur Arabica. Dabei werden die verschiedenen Bohnen weltweit sehr geschätzt.

Platz 4: Indonesien

Indonesien besteht aus mehr als 17.500 Inseln, hat mehr als 250 Millionen Einwohner und produziert erstaunliche 639,3 Tonnen Kaffee. Trotz dessen Die Anbaumenge riesig ist, ist der Kaffeeexport nicht besonders relevant für die gesamtwirtschaftliche Lage. Allerdings war Java lange Zeit lang der wichtigste Exporteur von Arabica-Bohnen nach Europa, weshalb diese Sorte noch immer unter dem Namen „Javakaffee“ firmiert. Zudem kommt der weltberühmte Kopi Luwak („Katzenkaffee“) aus Indonesien. Angebaut werden indes Arabica- und Robusta-Sorten in großem Stil. Dabei gilt der indonesische Kaffee als geschmackliches Gegenstück zum Kaffee aus Süd- und Mittelamerika.

Platz 3: Kolumbien

Das zweitbevölkerungsreichste Land Südamerikas produzierte 745,1 Tonnen Kaffee. Dabei machen die Exporterlöse durch Kaffee circa 15 Prozent aller Exporterlöse aus. Entsprechend kann der Kaffeeanbau als sehr bedeutend bezeichnet werden. Zwei Millionen Menschen leben direkt vom Kaffeeanbau, was circa vier Prozent der Bevölkerung entspricht. Dabei ist Kolumbien der größte Erzeuger von Arabica-Bohnen. Circa zwei Drittel des Kaffees wird auf Plantagen angebaut, der Rest auf kleinen Farmen. Dabei werden 80 Prozent aller Bohnen exportiert, wobei Kolumbien eines der wenigen Anbauländer ist, aus denen sortenreiner Kaffee bezogen werden kann.

Platz 2: Vietnam

1.406 Tonnen Kaffee wurden produziert. Das ist bereits eine gewaltige Menge, aber reicht noch immer nicht für Platz 1. Dabei ist die Geschichte des kommerziellen Kaffeeanbaus im Vietnam eine sehr junge: Erst um 1980 herum hat man das Potenzial diesbezüglich überhaupt vollends erkannt (davor wurde der Kaffee zwar angebaut, abef die Methoden waren nicht optimal) und so wurde der ostasiatische Küstenstaat sehr schnell zum zweitgrößten Produzenten von Kaffee weltweit. Ein Faktor war zudem der Kaffeebedarf der DDR, deren Bruderstaat der Vietnam war. Dabei werden mehr 95 Prozent aller Bohnen auf kleinen, meist familiengeführten Farmen geerntet. Es handelt es sich fast ausschließlich um Robusta-Sorten. Der vietnamesische Kaffee hat dabei nicht unbedingt den besten Ruf und wird zu einem großen Teil zum Auffüllen von Mischungen verwendet.

Platz 1: Brasilien

Wenig überraschend, liegt Brasilien auf Platz 1. Das riesige Land bringt 3.019 Tonnen Kaffee hervor. Ein Viertel aller Kaffeepflanzen weltweit wachsen in Brasilien, was in Zahlen circa vier Milliarden Kaffeebäume sind. In Brasilien gedeihen unterschiedlichste Sorten, Arabica- und Robusta-Varietäten, und entsprechend gibt es keine einheitlichen Aussagen über die Qualität. Allerdings ist der Konsum von Kaffee in Brasilien sehr hoch. Er ist sogar so hoch, dass der größte Kaffeeproduzent der Welt im Jahre 2017 erstmals selbst Kaffee importieren musste, um den landeseigenen Bedarf zu decken. Geerntet wird nämlich vor allem zwischen Mai und November. Es kann entsprechend einige Monate lang zu Engpässen kommen. Exportiert wird trotzdem fleißig, denn Kaffee ist ein gut laufendes Exportgut.

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