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Die besten Kaffee Anbaugebiete

Kaffee gehört nicht nur hierzulande zu den beliebtesten Heißgetränken überhaupt, sondern ist ein weltweit geschätztes Gut, welches sich über die Jahrhunderte etabliert hat. Einer der Hauptgründe hierfür ist, dass jede Kaffeesorte mit ihrem ganz ureigenen Geschmack besticht, wobei der Arabica-Kaffee zu den beliebtesten seiner Art gehört. Kaum jemand weiß jedoch, welches die besten Kaffeeanbaugebiete sind und welche Sorten dort vorrangig angebaut werden. Die unterschiedlichen Regionen sollen daher im Folgenden einmal genauer beschrieben werden.

Kaffee rund um den Globus

Grundsätzlich sollte man sich bewusst machen, dass sich die besten Kaffeeanbaugebiete fast wie ein Gürtel um die Erdkugel legen. Diese differieren hinsichtlich Anbauweise, Menge und Geschmack jedoch stark voneinander. Ein Kaffee aus Afrika ist beispielsweise weder mit einem aus Mittel- oder Südamerika noch einem aus Afrika, Asien oder der Karibik vergleichbar.

Wichtige Kaffeeanbaugebiete

Mittelamerika:

Hier ist vor allem Nicaragua zu nennen, wobei der Kaffee hier hauptsächlich in den Regionen Santo Domingo und El Salvador angebaut wird. Der Landstrich kann darüber hinaus mit einer der weltweit beliebtesten Sorten punkten: dem sogenannten Blue Mountain-Kaffee aus Jamaica. Zwar ist der sehr eigene Geschmack für Europäer zunächst ungewohnt, dennoch möchte man ihn nicht mehr missen, hat man sich einmal daran gewöhnt. Das Aroma ist einzigartig und hat eine leicht süßliche Note, ohne dabei zu schwer im Magen zu liegen. Dieser Kaffee kann daher auch in stärkerer Form und in größeren Mengen genossen werden. Auf den ersten Blick steht dem karibischen Exportschlager also nichts im Wege, wäre da nicht der extrem hohe Preis von etwa 120 Dollar pro Kilogramm. Viele Kaffeeliebhaber erwerben daher nur kleine Mengen direkt vor Ort.

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Wer vor allem Wert auf ein sehr würziges und eher herbes Aroma legt, der sollte sich einmal an einem Kaffee aus Mexiko versuchen. Dort wachsen Sorten, die den geneigten Kaffeetrinker sofort beim ersten Schluck mitreißen. Rund um Soconusco – einem der Hauptanbaugebiete – wachsen etwa 400 Millionen Kaffeebäume. Darüber hinaus kann Mexiko voller Stolz mit einer eigenen Kaffeestraße – der „Rut del Cafe“ – aufwarten.

Nicht zuletzt werden immer wieder Stimmen laut, die Kaffee aus Costa Rica als den besten auf der ganzen Welt anpreisen. Dieser besticht durch einen intensiven Duft und ein kräftiges, vollmundiges Aroma. Unglücklicherweise leidet der gute Ruf des Landes immer mal wieder, da sich weniger gute Sorten aus dem Landesinneren zwischen die qualitativ hochwertige Ware von den Küstengebieten schleichen.

Dank seines besonderen Klimas bietet auch Hawaii der Kaffeepflanze die besten Voraussetzungen, um prächtig zu gedeihen, weshalb von dort ganz hervorragende Bohnen stammen. Das Aroma ist leicht nussig und angenehm mild. Hervorstechen kann insbesondere die sogenannte Kona-Sorte, die einen exquisiten Ruf genießt und daher auch nur äußerst selten in ihrer reinen Form erworben werden kann.

Kaffeeplantage

Kaffeeplantage @iStockphoto/Erkki Tamsalu

Einst war Guatemala bekannt für den hochwertigsten Kaffee weltweit. Diesen Status hatte das Land aber vorübergehend eingebüßt, da es dem Anbau und vor allem der so wichtigen Sortierung nicht mehr ausreichend Beachtung schenkte. Die Einsicht kehrte jedoch in den letzten Jahren zurück, sodass Guatemala heute wie damals Bohnen mit würzigem und aromatischem Geschmack produziert. Profitieren kann das Land zudem von Höhenlagen um die 2.000 Meter sowie fruchtbarem vulkanischen Boden. Der Staat legte weiterhin mehrere Förderprogramme auf, um dem Kaffeeanbau – der sich nun an der Vorgehensweise von Kolumbien orientiert – unter die Arme zu greifen und lenkte die Aufmerksamkeit wieder auf die einzuhaltende Sorgfalt. Somit ist auch heute beste Qualität garantiert.

Auch Tiramisu wird mit Kaffee gemacht.

Südamerika:

In Südamerika dominieren die großen Kaffeeanbauländer Kolumbien und Brasilien den Markt. Sie zählen zu den absoluten Schwergewichten auf ihrem Gebiet, sind sie doch die beiden größten Staaten, die sich dem Kaffeeanbau widmen. Profitieren können sie von den idealen klimatischen Gegebenheiten, die es ihnen ermöglichen, eine gleichbleibend gute Qualität zu liefern. Dies gilt sowohl für den weltbekannten Arabica-Kaffee als auch für die Sorte Robusta.

Brasiliens Kaffeeanbaugebiete liegen fast ausschließlich im Hochland von São Paulo. Die hier geernteten Bohnen sind einzigartig und ihr Geschmack ist nirgendwo sonst auf der Welt zu finden. Das Land ist mittlerweile Weltmarktführer bei der Sorte Arabica, die den Genießer vor allem mit ihrem bei der Röstung entstehenden Aroma nach Kakao, Nüssen und verschiedenen Gewürzen in ihren Bann zieht. Damit hat sich Brasilien den ersten Platz vom ehemals dominierenden Äthiopien – immerhin das Ursprungsland des Arabica-Kaffees – erkämpft. Äthiopien und dort vor allem das Hochland von Kaffa waren einst der größte Hersteller dieser bevorzugten Premium-Sorte.

Aber auch Ecuador spielt eine bedeutende Rolle, wenn es um Kaffee besonderer Güte geht. Im Süden des Landes, auf einem Hochplateau in Höhe von etwa 1.500 Metern, befindet sich das Dorf Vilcabamba, was übersetzt so viel wie „Das heilige Tal“ bedeutet. Die gesamte Region ist schon lange für ihren besonderen Kaffeeanbau bekannt, da sie besonders vom idealen Klima und dem kristallklaren und reinen Wasser der Flüsse Chamba und Vilcabamba profitiert. Die fruchtbaren Berghänge bilden den idealen Nährboden für fantastischen Arabica-Kaffee. Nach der Erntezeit von Juni bis Oktober müssen die frischen Früchte trocknen und werden anschließend von Hand verlesen. Dies ist auch der Grund für die exzellente Qualität. Kaffeeliebhaber schätzen das frische und leicht fruchtige Aroma sowie den dennoch kräftigen und intensiven Geschmack.

Afrika:

Hier kommt man bei der Frage nach gutem Kaffee nicht an Äthiopien vorbei. Jedoch konnten im Laufe der letzten Jahre auch Uganda und Südafrika an Beliebtheit deutlich zulegen, da ihr Kaffee ein ganz charakteristisches Aroma bietet, welches bei immer mehr Kaffeeliebhabern Anklang findet.

Äthiopien, ehemals Abessinien, wird häufig auch als das Ursprungsland des Kaffees bezeichnet. Entgegen der häufigen Annahme leitet sich das Wort jedoch nicht von der Provinz Kaffa – einem der Hauptanbaugebiete des Landes – ab, sondern vielmehr vom altarabischen Wort „qahwah“, was anfangs eigentlich übersetzt „Wein“ bedeutete. Der Kaffeeanbau stellt in Äthiopien einen elementar wichtigen Wirtschaftszweig dar; mehr als jeder vierte Einwohner bezieht seinen Lebensunterhalt aus der aromatischen Bohne. Abgesehen davon kommt der Pflanze aber auch eine wichtige Rolle in der kulinarischen Vielfalt des Landes zu. Äthiopien produziert ausschließlich Arabica-Kaffee. Die Sorten des Landes werden jedoch zu den reinsten der Welt gezählt, da der Anbau völlig ohne schädliche Chemikalien auskommt. Die Bohnen aus den Regionen Harar im Osten und Sidamo im Süden können selbst die strengsten Kritiker mit ihrer ausgezeichneten Qualität überzeugen.

Immer mehr Genießer entwickeln ein Faible für frischen kenianischen Kaffee, wobei sich hier vor allem Deutschland hervor tut. In Kenia wachsen vor allem Arabica-Sorten, die hauptsächlich an den deutschen Markt verkauft werden. Die Anbauflächen liegen hier teils bis zu 2.100 Meter über Meeresspiegel und garantieren beste Qualität in Form von aromatischem und leicht säuerlichem Kaffee. Hinzu kommt die mittlerweile sehr stark entwickelte Technologie der Kenianer, sodass dort beste Voraussetzungen für nachhaltigen Kaffeeanbau gegeben sind.

Asien und Australien:

Nach und nach können sich auch Australien und Asien auf dem Kaffeemarkt durchsetzen. In Asien nimmt dabei vor allem Vietnam eine Vorreiterstellung ein. Dies ist auch nicht unverdient, da vor allem die Arabica- und Robusta-Bohnen aus dieser Region von feinster Qualität sind. Auch der Geschmack ist sehr überzeugend. Indonesien wie auch Australien hingegen beschränkt sich mit wenigen Ausnahmen auf die Herstellung von Arabica-Kaffee, um die große Nachfrage auf dem Weltmarkt zu bedienen. Gerade Indonesien hat sich dabei nach und nach zum Global Player auf dem internationalen Kaffeemarkt aufgeschwungen. Zum Vorteil dient dem Land dabei seine fruchtbare Vulkanerde, auf der sich Kaffeebohnen mit einem sehr geringen Säureanteil heranziehen lassen. Das Ergebnis ist ein kräftiger und vollmundiger Geschmack, der gerade in Europa viele Anhänger findet.

Auch Java kann mit hochwertigen Kaffeesorten glänzen. Wichtig ist dabei jedoch, den originalen Java-Kaffee zu erwerben und nicht auf irgendwelche unverhältnismäßig günstigen Produkte zurückzugreifen, da diese meist minderwertig in ihrer Verarbeitung und darüber hinaus ein Mischprodukt sind, dem häufig Jemen-Mokka zugefügt wird.

Mittlerweile ist auch die hohe Qualität des Kaffees aus Papua Neuguinea nicht mehr von der Hand zu weisen. Da die Kaffeepflanzen hier auf etwa 1.300-1.800 Metern wachsen, kommen weder Pestizide noch Dünger zum Einsatz. Die fertigen Bohnen sind also rein biologischen Ursprungs. Der bereits beschriebene Blue Mountain-Kaffee aus Jamaica gelangte Anfang des 19. Jahrhunderts von dort nach Papua Neuguinea und fand beste Bedingungen vor, um dauerhaft Fuß zu fassen. In den meisten Fällen wird der Kaffee in seiner reinen Form zum Kauf angeboten. Er kann aber auch als Kaffeemischung auftreten, da der Geschmack eher mild und harmonisch ist und sich daher bestens zur Kombination mit anderen Sorten eignet.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass besonders diejenigen Länder und Regionen für den Kaffeeanbau prädestiniert sind, deren Temperaturen nicht jenseits der 30-Grad-Marke liegen und die vor allem milde Winter ohne Frost haben. In gut 80 Ländern auf dieser Erde werden diese Bedingungen erfüllt. Diese legen sich – wie bereits zu Anfang erwähnt – wie ein Gürtel um die Erde.