Skip to main content

Die teuersten Kaffeesorten der Welt

Der Kaffee gehört schon seit vielen Jahren zu den beliebtesten Getränken der Deutschen. Mehr als 160 Liter Kaffee trinkt im Durchschnitt jeder Deutsche pro Jahr. Die meisten Kaffeetrinker genehmigen sich dabei mehrere Tassen pro Tag.

Doch neben dem Massenkonsum gibt es auch eine andere Seite der Kaffeewelt. Dort finden sich Kaffeesorten für Genießer, die mehr wollen, als nur eine schnelle Tasse Kaffee zu konsumieren. Die teuersten Kaffees der Welt sind Raritäten und nicht immer leicht zu bekommen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Kopi Luwak – Fermentierung durch Schleichkatzen

Der Kopi Luwak trägt auch den Namen „Katzenkaffee“ und das nicht ohne Grund. Er beruht auf der besonderen Behandlung, die die Kaffeebohne des Kopi Luwaks erfährt, und die viele Kaffeetrinker eher abschrecken als anlocken dürfte.

Eine besondere Rolle spielt dabei der Fleckenmusang, eine asiatische Schleichkatzenart. Die Fleckenmusangs nehmen die frischen Kaffeekirschen auf und verdauen das Fruchtfleisch. Die Kaffeebohnen halten der Verdauung jedoch stand. Sie erfahren im Verdauungstrakt des Tieres eine Art Fermentation, die dem Kopi Luwak seinen besonderen Geschmack verleiht. Die ausgeschiedenen Bohnen werden anschließend eingesammelt, gereinigt und leicht geröstet. Fertig ist eine der teuersten Kaffeesorten der Welt.

Kaffeesorten

Kaffeesorten ©iStockphoto/cengizkarakus

Der Katzenkaffee wird mittlerweile für etwa 250 bis 350 Euro pro Kilo angeboten, kann jedoch je nach Bezugsquelle und Herstellungsart auch mehr als 1000 Euro pro Kilo kosten. Besonderes Augenmerk sollte bei der Auswahl des Kaffees auf die Herstellungsweise gelegt werden. Ursprünglich stammten die verwendeten Kaffeebohnen aus Wildsammlungen. Die Fleckenmusangs erleichterten sich stets an den gleichen Stellen und machten das Einsammeln so recht einfach.

Der Preis des Kaffees hat jedoch Begehrlichkeiten geweckt und eine Industrialisierung der Herstellung des Kopi Luwaks gefördert. Bei solchen Herstellern werden die Schleichkatzen oftmals in engen Käfigen gehalten und nicht artgerecht behandelt, um die Herstellungskosten zu drücken. Bei dieser Herstellungsart kann außerdem der Geschmack von dem erhofften Erlebnis abweichen.

Der Geschmack des Kopi Luwaks gilt als sehr sanft und mild. Erdige und auch als leicht modrig beschriebene Nuancen mischen sich mit karamell- und sirupartigen Geschmackseigenschaften. Je nachdem, was die Katze neben den Kaffeekirschen zu sich genommen hat, variiert der Geschmack leicht.

Black Ivory – das schwarze Elfenbein

Der kostbare Black Ivory macht einen ähnlichen Herstellungsprozess durch wie der Kopi Luwak. Auch er erfährt seine besondere Form der Fermentierung im Verdauungstrakt eines Tieres. Hier kommen jedoch keine Schleichkatzen zum Einsatz, nein, der tierische Helfer bei diesem Kaffee ist deutlich größerer Natur. Bei der Herstellung des Black Ivory helfen Elefanten.

Bei den Bohnen des Black Ivory handelt es sich um thailändische Arabica Bohnen, die in 1500 Metern Höhe angebaut und geerntet werden. Diese Ernte wird dann an die Organisation weitergereicht, die sich um die Elefanten kümmert. Bei diesen Elefanten handelt es sich meist um ehemalige Arbeitstiere, die hier ihr Gnadenbrot bekommen. Sie gehören zur Golden Triangle Asian Elephant Foundation, die gemeinsam mit einem kanadischen Unternehmer diese Herstellungsweise der besonderen Kaffeesorte nutzen.

Ebenso wie die Schleichkatzen werden sie mit den Früchten der Kaffeepflanzen gefüttert, allerdings geht bei ihnen deutlich mehr davon verloren. Beim Fressen werden viele der Bohnen von den starken Zähnen der Elefanten zermalmt. Unterm Strich benötigt ein fertiges Kilo Black Ivory 33 Kilogramm der ursprünglichen Bohnen.

Laut Hersteller besteht dabei für die Elefanten kein Risiko. Das Koffein entfalte sich erst beim finalen Aufbrühen des Kaffees und würde für die Tiere keine Gefahr darstellen. Die Bohnen bleiben etwa einen Tag lang im Verdauungstrakt der Tiere. Dann werden sie ausgeschieden und von den Pflegern der Elefanten in Handarbeit aus dem Kot gesammelt und gewaschen. Nach der anschließenden Trocknung werden die aufwendig aufbereiteten Kaffeebohnen geröstet.

Wie beim Kopi Luwak soll der Black Ivory durch die Verdauungsprozesse ganz besondere und sanfte Geschmacksnoten entfalten. Der Geschmack, der dabei entsteht, wird auch als blumig beschrieben. Der Preis liegt bei etwa 850 Euro pro Kilo und tritt damit in direkte Konkurrenz zum Kopi Luwak.

St. Helena Kaffee – Kaffeetrinken wie Napoleon

Die kleine Insel St. Helena liegt recht einsam gelegen im Südatlantik, westlich des afrikanischen Kontinents. Besondere Bekanntheit erlangte die Insel durch einen berühmten Besucher. Napoleon wurde im Jahr 1815 dorthin verbannt und lebte bis zu seinem Tod sechs Jahre später auf der Insel. Dabei hinterließ er Aufzeichnungen, in denen er den dort angebauten Kaffee ganz besonders lobte.

Das Klima auf der vulkanischen Insel eignet sich perfekt für den Anbau des Green Tipped Bourbon Arabica. Der nährstoffreiche Boden ist ganz besonders wichtig für die herausragende Qualität der Bohnen. Das Anbaugebiet ist sehr klein, daher werden jedes Jahr nur ein paar hundert Kilo der kostbaren Bohnen geerntet. Der Anbau der Kaffeepflanzen erfolgt dabei nach streng biologischen Vorgaben. Um das bestmögliche Ergebnis zu erhalten, setzen die Bauern auf reine Handarbeit. Das zeigt sich auch beim Preis. Pro Kilo zahlt der Kaffeeliebhaber um die 150 Euro.

Der Geschmack des St. Helena Kaffees gilt als ausgewogen, mild, aber doch gehaltvoll. Würzige und schokoladige Nuance ergeben gemeinsam ein süßliches, fruchtiges Gesamtbild mit leichter Säurenote.

Blue Mountain – der Kaffee aus den Wolken

Der Blue Mointain verdankt seinen Namen seinem Anbaugebiet in den Blue Mountains. Dort wird er in luftiger Höhe von mindestens 1.800 Metern auf einer Fläche von etwa 6.000 Hektar angebaut. Zwar gibt es auch in tieferen Regionen Plantagen, doch dürfen sich diese nicht Blue Mountain Kaffee nennen. Dieser Qualitätsbeweis ist dem Kaffee aus den höchsten Anbaugebieten vorbehalten.

Die besondere Qualität der Bohnen beruht auf den Bedingungen der großen Höhen. Hier erfahren die Pflanzen recht konstante Temperaturen, Schatten und eine ständige Feuchtigkeitsversorgung durch Wolken und Nebel. Dadurch wachsen sie deutlich langsamer, können diese Zeit jedoch nutzen, um den Bohnen besonders viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Der Blue Mountain Kaffee ist in fünf verschiedenen Qualitätsstufen erhältlich. Dabei werden No.1, No.2, No.3, Peaberry und Triage unterschieden. Die Stufen unterscheiden sich hauptsächlich in der Größe der Bohnen. Die Stufe 1 enthält etwa 96 % Bohnen mit einer Größe von 6,75 bis 7 mm. Dagegen enthält die Stufe Peaberry die kleinsten Bohnen mit einer Größe von mindestens 4 mm. Triage enthält schlussendlich eine Kombination der Stufen 1 bis 3. Zwar ist die Fläche von 6.000 im Vergleich zu häufiger getrunkenen Sorten immer noch extrem gering. Im Vergleich zu seinen seltenen und teuren Verwandten kommt jedoch eine reiche Ernte zustande. Pro Jahr ergibt sich hier eine Ernte von mehreren tausend Tonnen Kaffeebohnen.

Das lange Wachstum der Kaffeepflanze erzeugt ein einzigartiges Aroma. Der Blue Mountain ist nussig und besitzt eine feine Säure. Seine milde, natürliche Süße und sein intensiver Duft hat auf der ganzen Welt zahlreiche Anhänger gefunden. Ein Kilo Blue Mountain kostet etwa 150 Euro.

Kona Kaffee – hawaiianischer Kaffeegenuss

Der Kona Kaffee wird wie der St. Helena Kaffee auf vulkanischem Grund angebaut, und zwar auf der berühmten Insel Hawaii, im Englischen auch „Big Island“ genannt. Zwar werden auf der Insel auf vielen Plantagen Kaffee angebaut, doch Kona Kaffee darf sich nur einer davon nennen.

Der echte Kona Kaffee stammt aus einem kleinen Anbaugebiet direkt an den Hängen des Vulkans. Es umfasst nur etwa 90 Quadratkilometer. Durch die Vulkanerde ist der Boden hier besonders fruchtbar, dabei herrschen konstant angenehme Temperaturen und eine nahezu perfekte Mischung aus Sonnen- und Schattenstunden. Der Ozean liefert zudem in zuverlässigen Abständen Regenschauer.

Kona Kaffee gibt es in zwei verschiedenen Typen. Typ 1 enthält Bohnen, die zu zweit in der Frucht gereift sind, Typ 2 dagegen enthält nur Bohnen, die als Einzelbohne gewachsen sind, auch Perlbohnen genannt. Die Bohnen, die sich den Platz teilen mussten sind dadurch auf einer Seite flach und auf der anderen Seite gerundet. Die Perlbohnen sind komplett rund. Kona Kaffee wird häufig gemischt. Daher sollte für den reinen Kona-Genuss immer darauf geachtet werden, dass auf dem Paket „100 % Kona Coffee“ vermerkt ist. Mischungen mit Kona Kaffee enthalten in der Regel maximal 10 % der teuren Bohne.

Der Preis für die kostbare Bohne beträgt pro Kilo etwa 100 Euro. Sein Geschmack wird als vollmundig und sehr sanft beschrieben. Im Gesamtgeschmack vereinen sich die Nuancen von Zimt, Karamell und Schokolade.

Top Artikel in Kaffeearten