Cappuccino - Kaffeegenuss mit Kapuze
Scheint uns der Cappuccino heutzutage eine recht moderne Erfindung zu sein, so stimmt das eigentlich nicht ganz. Bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts während einem der italienischen Unabhängigkeitskriege - und wahrscheinlich schon eine Zeitlang zuvor - gab es den "Kapuziner", eine Kaffeespezialität der Österreicher, der dem heutigen Cappuccino recht ähnelt. Zum heutigen Cappuccino haben ihn dann allerdings die Italiener entwickelt.
Allgemeines zum Cappuccino
Die Österreicher tranken ihren nach den braunen Kutten der Ordensbrüder benannten "Kapuziner" bereits zu Zeiten, als Pferdekutschen, Fuhrwerke und Petroleumlampen noch das Alltagsbild in Europa beherrschten. Diese damals mit Mokka und Schlagsahne zubereitete Wiener Kaffeespezialität kam durch die Kriegsstationierungen der Österreicher nach Italien. Zudem gehörte das norditalienische Triest bis 1918 noch zu Österreich-Ungarn und wurde erst danach von den Italienern einverleibt. Die Italiener haben das Rezept nur mehr verfeinern müssen und verwenden heute ihren geliebten Espresso und Milchschaum für ihren Cappuccino.
Strenge Regeln beim Espresso
Die Regeln für die Zubereitung eines Espresso sind sehr streng vom Istituto Nazionale Espresso Italiano - mit seinem Sitz im norditalienischen Brescia - vorgegeben. Da verstehen die Italiener keinen Spaß. Die 1998 gegründete Institution möchte damit die Qualität des Espresso sicherstellen und fördern. Dabei wird vor allem das Augenmerk auf die richtige qualitativ hohe Kaffeemarke, die Espressomaschine und autorisiertes Personal gelegt.
Wie macht man einen Cappuccino?
Wichtig bei der Zubereitung des Cappuccino ist nicht nur die richtige Herstellung des Espresso, in den man anschließend die heiße Milch und den Milchschaum schüttet, sondern das 1:1 Verhältnis zwischen Espresso und Milch - und vor allem, dass die Milch nicht heißer als 65 Grad Celsius ist - sonst schmeckt der Cappuccino am Ende verbrannt. Serviert soll der Cappuccino nur in einer rein weißen Tasse aus Porzellan oder Steingut werden, die etwa 165 ml fasst. Auf den braun-weißen Schaum lassen sich zum Abschluss schöne Muster auf den Cappuccino zaubern. Es gibt auch verschiedene Geschmacksrichtungen, mit denen man den Cappuccino verfeinern kann - z.B. Schokolade-, Karamell-, Vanille- oder Nuss-Aroma. Zudem kann man ihn mit Zimt oder Kakaopulver bestreuen.
Fazit
In Italien trinkt man den Cappuccino angeblich nur zum Frühstück und wer sich nicht als Tourist outen möchte, hält es ebenso - sagt man! Wem der Cappuccino aber auch nachmittags und abends schmeckt, der sollte sich von diesen Aussagen nicht beirren lassen. Als Tourist wird man in Italien ja soundso erkannt, sobald man eine Bestellung aufgibt - egal, was man ordert: Ob einen köstlichen, cremigen Cappuccino oder eine hervorragende, krosse italienische Pizza.



